Jeans kürzen mit Originalsaum

Nicht wenige haben beim Hosenkauf das Problem, dass Jeans und Co. oftmals entweder nur am Hosenbund oder aber in der Länge wirklich perfekt sitzen. Das betrifft häufig auch die jüngeren Generationen, die dazu neigen immer größer im Wuchs zu werden während die Hosen nicht „mitwachsen“. Jeans aus bspw. Italien fallen zudem anderes aus als amerikanische, und manchmal haben wir beim Hosenkauf auch einfach nicht daran gedacht flache Schuhe zu tragen. Es gibt viele Gründe Hosen zu kürzen – für alle, die hierbei den originalen Saum gerne aus ästhetischen Gründen beibehalten möchten, gibt es eine Methode Hosen zu kürzen ohne den Saum dabei abzuschneiden.

Die Umschlagen-und-Abnähen-Methode in vier einfachen Schritten

Und so geht’s:
1.
Zuerst wird der Stoff nach außen (also auf rechts) umgekrempelt, und zwar exakt halb so viel wie wir kürzen möchten. Dadurch, dass der Stoff durch das Umkrempeln doppelt liegt, erhalten wir am Ende auch die doppelte Kürzlänge.

2.
Nun wird der Stoff mit Stecknadeln fixiert. Achtet dabei darauf, dass die Abstände zwischen der Saumnaht (nicht dem Saumende, da dieses durch Tragen, Waschen und Co. ausgeleiert oder ausgefranst und somit nicht mehr überall gleich sein könnte) und der Umschlagkante überall gleich sind und der Umschlag faltenfrei und glatt liegt.

3.
Anschließend näht Ihr mit der Nähmaschine (hier kann ein Ärmelaufsatz die Arbeit evtl. erleichtern) exakt an der Saumkante entlang. Wichtig hierbei ist, dass man wirklich die Saumkante vernäht, und nicht über die originale Saumnaht (wie häufig geschildert), da durch die originale und in dieser Methode ja beibehaltene Nahtzugabe der Jeans sonst eine unschöne zusätzliche dicke Wulst entstehen könnte.

4.
Entfernt nun die Stecknadeln und bügelt den Umschlag mit einem Bügeleisen glatt.

Ergänzende Praxistipps für das Kürzen von Jeans

Im Grunde ist die Arbeit damit bereits verrichtet, der Zeitaufwand ist ungleich geringer als beim Abschneiden und neu versäumen. Auf der Innenseite befindet sich nun aber noch der Schlauch. Mit diesem könnt Ihr auf zweierlei Arten verfahren.

1.
Den überschüssigen Stoff könnt Ihr nach dem Vernähen mit ein wenig Nahtzugabe (ca. ½ der originalen Saumbreite) abschneiden und die Naht von außen (die beiden Nahtzugaben innen müssen hierfür auseinandergeklappt werden) glattbügeln. Alternativ könnt Ihr natürlich, sofern vorhanden, auch eine Kettelmaschine verwenden. Der Originalsaum wird, wie gewünscht, beibehalten, diese Methode ist allerdings durch das Abschneiden des überschüssigen Stoffs irreversibel.

2.
Man kann den überschüssigen Stoff alternativ aber auch beibehalten, indem sie den Schlauch auf der Innenseite nach oben klappen und glattbügeln. Das ermöglicht es Ihnen, die Hose wieder auf ihre Originallänge zu bringen, was besonders praktisch ist wenn diese beim Waschen bspw. eingelaufen ist. Diese Methode eignet sich auch für Jeans für Kinder im Wachstum. Man kauft einfach eine Jeans die obenherum passt aber etwas zu lang ist, kürzt sie und passt sie nach dem nächsten Wachstumsschub im Handumdrehen wieder an. Allerdings muss das Glattbügeln nach jedem Waschen wiederholt werden und funktioniert nicht optimal mit allen Jeans (insbesondere solchen mit hohem Synthetikanteil).

3.
Wenn Ihr den überschüssigen Stoff beibehalten möchtet könnt Ihr diesen auf der Innenseite auch mit einem Fixierflies an das Hosenbein anbügeln (auch punktuell). Dies ist aber nur bedingt reversibel, abhängig vom verwendeten Flies.