Leder nähen: So einfach geht’s

Leder in der Hobbyschneiderei ist kein Hexenwerk! Nähen liegt wieder voll im Trend. In den letzten Jahrzehnten war das Nähen eher der älteren Generationen vorbehalten. Die Zeiten sind vorbei, seitdem sich junge Leute neue Kleider anfertigten. Grund dafür sind die vielen Klamotten, die es bereits fertig im Laden zu kaufen gibt. Doch jetzt scheint sich wieder einiges zu ändern. Immer mehr Menschen greifen zur Nähmaschine um ihre eigenen Kollektionen zu erschaffen oder um alte Klamotten aufzupeppen.

Das Nähen an sich, macht vielen keine Probleme. Handelt es sich dabei doch meist nur um eine Übungssache. Die Materialkunde ist schon eher das Problem. Welche Nähmaschine ist für welche Materialien geeignet? Weniger die Maschine, mehr die Nadeln sind das Problem. Vor allem in Sachen Lederverarbeitung tun sich manche zu Anfang schwer. Hier kommt eine kleine Anleitung, wie ihr euch als Einsteiger leichter tut.

Die richtige Nähmaschine macht den Anfang

Nähprofis empfehlen ein Einsteigermodell, welches nicht teuer sein muss, aber auch nicht unbedingt vom Discounter sein sollte. Das Problem an billigen Maschinen ist, dass das Innenleben oft aus Kunststoff besteht. Das bedeutet, sie kann nur mittelschwer belastet werden. Leder bleibt von seiner Beschaffenheit leider nicht gleich und damit sind viele Nähmaschinen überfordert. Deswegen solltet Ihr euch zu Anfang langsam an das Ganze ran tasten. Probiert mit Lederresten die unterschiedlichen Nadeln aus und wagt euch nicht sofort an ein Großprojekt.

Erfahrungswerte bringen Klarheit

Bei Leder gibt es leider keinen Richtwert. Wenn man sich eine Zeit lang mit dem Nähen beschäftigt, wird man schnell erkennen, welche Nadeln für welches Material geeignet sind. Deswegen wird empfohlen, dass man zunächst mit kleinen Projekten oder Probemustern anfängt. Musterstoff bzw. Leder bekommt ihr beispielsweise beim Stoffhändler.

Glattleder sollte man vor dem Nähen mit Creme einfetten. Wildleder wird mit Wasser angefeuchtet. Sollte das Leder bereits im Vorfeld geschmeidig sein, müsst ihr nichts daran verändern. Im Normalfall lässt es sich nämlich schon so verarbeiten.

Die optimale Nadelgröße finden

Wer Leder vernäht, beginnt am besten bei Nadeln ab 100-160 (287WH) oder 100-130 (130R/705). Es ist normal, dass Ledernadeln nach einer Zeit stumpf werden. Generell halten Markennadeln länger als No-Name Produkte. Wenn ihr viel näht, solltet ihr darauf achten.

Der Motor sollte stimmen

Stundenlang über das Getriebe sprechen, macht euch garantiert keine Freude. Generell gilt, die Motorleistung sollte bei 70 W oder mehr liegen und leichtgängig funktionieren. Das Nähen sollte bereits mit dem Handrad funktionieren. Fädelt die Ober- und Unterfäden ein, legt das Leder in die Maschine und drehte das Handrad. Arbeitet sie sanft und exakt, könnt ihr davon ausgehen, dass es funktioniert. Am besten sind Vollmetall Maschinen, wo keinerlei Kunststoffteile eingebaut sind mit Greifer Antrieb. Auch lassen sich mechanische Modelle umbauen, da es sich sowieso nur um ein geradenähen handelt. Viel Zubehör wird nicht benötigt. Einzig die Technik macht es aus und der richtige Garn. Dieser sollte belastbar sein und nicht zu dünn. Die Stichlänge besitzt eine ordentliche Breite und mit speziellen Gewebebändern lässt sich das ganze Projekt verstärken, dass es nicht reißt. Das erste Ledernähprojekt darf beginnen. Viel Spaß.